Studium oder Ausbildung? Besser ein duales Studium

Ausbildung & Studium | Duales Studium | Mittwoch, 03 Februar 2016 | 981
Duales-Studium-LogistikNoch vor einigen Jahren galt ein erfolgreicher Studienabschluss für viele als die „Garantie“ für einen attraktiven und gut bezahlten Einstieg ins Berufsleben. Die heutige Realität trübt jedoch das Bild vom „perfekten Studenten“ nachhaltig. So zweifelt in etwa jeder dritte Student daran, seinen Bachelor bzw. Master überhaupt zu beenden. Ist die direkte Ausbildung in einem Betrieb nach dem Abitur vielleicht die bessere Lösung für eine gesicherte Zukunft? Diese Frage liegt aufgrund der aktuellen Zahlen, die sich mit der Anzahl und den Beweggründen für Studienabbrüche befassen, nahe.

Ein abgebrochenes Studium ist in der heutigen Zeit keine Seltenheit mehr. Vor allem die Bachelorstudiengänge sind hiervor mehr denn je betroffen.

Duales Studium eine hervorragende Alternative

Eine aktuelle Umfrage, die durch die Universität in Maastricht und das Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführt wurde, zeigt, dass (besonders im Bereich der Aus- und Weiterbildung) nicht nur „schwarz“ oder „weiß“ gedacht werden sollte. Vielmehr beweist das Ergebnis der Befragung, an der im Internet 12.000 Studenten aus Deutschland teilnahmen, dass sich nahezu 30% der zweifelnden Studenten durchaus eine Ausbildung auf der Basis eines dualen Studiums vorstellen können. Wieder einmal wird somit unterstrichen, dass der Wunsch nach mehr betrieblicher bzw. praktischer Erfahrung auch während des Studiums für viele immer noch an erster Stelle steht.

Der Mix aus Betrieb und Universität im eigenen Lebenslauf ist angesagter denn je. Während viele Lernende sich jedoch besonders in Bezug auf die vielversprechenden Möglichkeiten, die ein duales Studium mit sich bringt, einig sind, teilen sich die Meinungen vor allem dann, wenn es um die Attraktivität der Berufe geht. Nach wie vor können sich Logistik Studenten vor allem für die Ausbildung zum Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung begeistern.

Trotz aller Begeisterung für das duale Studium als moderne Form der Ausbildung, geben in der Umfrage jedoch circa 80% der zweifelnden Studenten an, nicht nur „irgendwo“ studieren bzw. arbeiten zu wollen. Sie sind sich sicher, dass ein Praktikum schnell Gewissheit darüber gäbe, ob eine weiterführende Zusammenarbeit von Erfolg gekrönt sein könne. Das Kennenlernen der betreffenden Betriebe im Vorfeld der finalen Entscheidung, beispielsweise in Form eines Praktikums, ist damit für viele immer noch ein ausschlaggebender Faktor. Jedoch existieren bei der Einstellung gegenüber dieser Art der Berufserfahrung teilweise deutliche Unterschiede. So kommt für viele Studenten lediglich ein bezahltes Praktikum in Frage.

Doch wie verhält es sich eigentlich, wenn ein Studium bereits begonnen wurde und mitten im Semester in ein duales Logistik Studium gewechselt werden soll? Über 80% der betroffenen Studenten geben in der Umfrage an, großen Wert darauf zu legen, dass Lernerfolge bzw. bereits abgelegte Abschlussprüfungen anerkannt werden sollten. Alternativ dazu schlagen viele von ihnen vor, dass die Dauer der Ausbildung in Kombination mit einem Studium verkürzt werden könnte.

Logistik-Studentin-BibliothekNach wie vor spielt natürlich auch immer wieder der direkte Vergleich zwischen einer Ausbildung und dem Studienabschluss eine Rolle. Neben dem mit Letzterem verbundenen Prestigeerwerb steht hier auch die Frage im Raum, wie sich ein Hochschulabschluss auf die Chancen am Arbeitsmarkt auswirken könnte. Finden studierte Menschen wirklich leichter und schneller einen guten Job? Die Ergebnisse der Studie zeigen einmal mehr die Diversität der Meinungen in Bezug auf dieses heißdiskutierte Thema. So sind sich über 40%  der befragten Studenten sicher, dass weder Hochschulabsolventen noch ausgebildete Arbeitskräfte über klare Vorteile verfügten. 38% hingegen sind der Meinung, dass auf Azubis attraktivere Chancen am Arbeitsmarkt warteten. Die positiven Aussichten für Auszubildende schlagen sich jedoch, laut Meinung der Studienteilnehmer, nicht in finanzieller Hinsicht nieder. Ein Hochschulabschluss gilt für viele Menschen immer noch als die Basis für einen vergleichsweise hohen Jahresverdienst und ein attraktives Einstiegsgehalt.

Um Interessenten und Zweiflern die Fülle ihrer Möglichkeiten aufzuzeigen, jedoch auch, um einem eventuell drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen, arbeitet unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung an einem Programm, das jungen Menschen dabei hilft, ihren individuellen Platz im Beruf möglichst reibungslos zu finden.