Bewerbungstipps › Lücken im Lebenslauf


Lücken im Lebenslauf und jetzt?

Bei vielen Menschen findet man Lücken im Lebenslauf, sei es durch einen Studiengang, der sich als Fehlentscheidung herausgestellt hat und abgebrochen wurde oder einem Berufseinstieg, der sich ein paar Monate mehr in die Länge gezogen hat, als erwartet. Eben die genannten und andere nicht alltäglichen Lebenssituationen sind meist der Grund für verschiedene Lücken im Lebenslauf.

Normalerweise sind Zeiträume im Lebenslauf, in denen man „arbeitslos“ gemeldet ist, kein Problem, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Zeiten ohne Job nicht zu lange und nicht zu oft sind. Lücken im Lebenslauf sorgen seitens des Personalers immer für Spekulationen. Aus diesem Grund stand schon wirklich jeder Bewerber vor der Frage, ob er die Flecken in seiner Vita verschweigen oder besser beschönigen sollte. So manch einer kam schon in Versuchung über die Stolperer in seinem Lebenslauf zu lügen.
 

Was bedeuten Lücken im Lebenslauf?

Zu Lücken im Lebenslauf kann es ganz schnell kommen, sei es durch eine längere Erkrankung, Arbeitslosigkeit oder durch eine längeren Reise. Lücken, die sechs bis acht Wochen nicht überschreiten, werden von Personalentscheidern in der Regel ignoriert. Doch alle längeren Zeiträume, in denen man keinem Praktikum nachgeht, eine Weiter- oder Berufsausbildung macht oder einer dauerhaften Beschäftigung nachgeht, sollten im Lebenslauf unbedingt nachvollziehbar erklärt werden. Personaler gehen nämlich immer vom Schlimmsten aus, und zwar dass der Bewerber nur aus 2 Gründen so lange arbeitslos ist bzw. war. Ihm wird in diesem Fall entweder Unfähigkeit und/oder Faulheit unterstellt, vor allem dann, wenn die tatsächlichen Fakten nicht bekannt sind.
 

Auffällige Anzeichen für das Verstecken von Lücken

Personalentscheider sehen an einem Lebenslauf recht schnell, wenn der Bewerber versucht einige Ungereimtheiten in seinem Lebenslauf zu verstecken

  • Typisch für Trickserien im Lebenslauf ist, dass der Bewerber statt der für den Lebenslauf üblichen Monatsangabe, nur das Jahr benennt.
  • Ein weiteres Anzeichen, dass dafür spricht, dass der Bewerber etwas verstecken möchte ist, dass der statt dem chronologischen Lebenslauf ein Erfahrungsprofil mit dem Bewerbungsschreiben schickt.

Ein Täuschungsversuch führt nur in den wenigsten Fällen dazu, dass der Bewerber tatsächlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird. In der Regel landet seine Bewerbung auf dem Stapel für die Sekretärin, die die Absagen zu schreiben hat.
 

Lücken im Lebenslauf – lügen Sie auf keinen Fall!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Lebenslauf zu glätten, die Unwahrheit schreiben bzw. sagen, sollte man aber dabei auf keinen Fall, denn früher oder später kommt diese Lüge heraus. Werden Weiterbildungen oder Tätigkeiten erfunden, wird man spätestens beim Vorstellungsgespräch danach gefragt. Kommt man hier in Erklärungsnot, ist es mit einer positiven Reputation vorbei. Selbst wenn eine Falschangabe im Lebenslauf erst nach einer Einstellung herauskommt, ist sie immer eine Kündigungsgrund und zwar fristlos.

Auch das Überschminken von Lücken ist keine gute Idee. Ein verlängerter Trip durch China ist nun mal nur ein verlängerter Trip und wird nicht ganz plötzlich zur interkulturellen Bildungsreise. Auch Zeiten, in denen man arbeitslos war, lassen sich nicht einfach durch leere Wortphrasen, wie einer intensiven Potenzialanalyse überdecken. So oder so, Ihnen bleibt nur ein Weg, und zwar die Wahrheit.
 

Lücken im Lebenslauf schließen – Sie haben 2 Möglichkeiten

Unregelmäßigkeiten in Ihrem Lebenslauf können Sie nur dann glätten, wenn Sie entweder ehrlich sind und eine kluge Begründung für die Lücken liefern oder die Lücke mit Fakten schließen können. Gelegentlich gibt es auch Lücken im Lebenslauf, bei denen es sich genau genommen nicht wirklich um Lücken handelt bzw. der Leser Ihrer Bewerbung nachvollziehen kann, warum das so ist.
Eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf ist kein Problem, schließlich wollen Sie wieder arbeiten, sonst hätten Sie sich ja nicht beworben. Um Ihre Zielstrebigkeit und Ihr Engagement zu unterstreichen, sollten Sie in Ihrem Lebenslauf auch aufführen, was Sie alles tun bzw. getan haben, um eine neue Anstellung zu finden.
Krankheiten sind kein Grund, um zu lügen, unabhängig, ob Sie sich dabei um ein schwerkrankes Familienmitglied gekümmert haben oder selbst schwer erkrankt waren. Hier müssen Sie keine genauen Angaben machen. Beispielsweise:

01/2015 - 07/2006   Pflege der schwerkranken Mutter bzw. die Auszeit erfolgte aus gesundheitlichen Gründen. Nach einer umfänglichen Genesung bin ich wieder vollständig einsatzbereit.

Wichtig - Während krankheitsbedingter Ausfallzeiten bzw. Ausfallzeiten, bedingt durch die Pflege von Familienangehörigen sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie während dieser Zeit in Ihrem Job trotzdem noch up to date sind, was auch unbedingt nachweisbar sein muss.

Ein Wechsel des Studiengangs kann ebenfalls der Grund für eine Lücke im Lebenslauf sein. Hat man sich im Studienfach geirrt, ist das noch lange kein Beinbruch. Orientieren Sie sich neu und kümmern Sie sich um den gewünschten Studienplatz. Natürlich ist das meist mit Wartezeiten verbunden, diese Lücke im Lebenslauf kann jedoch durch Hochschulformalitäten erklärt werden. Ein ständiger Wechsel der Studiengänge wiederum wirft dann doch ein schlechtes Licht auf den Bewerber.

Tipp - Die Wartezeit, bis der neue Studiengang beginnt, kann gut durch ein Praktikum oder die Mitarbeit in der einen oder anderen Studentenorganisation überbrückt werden. Solange Sie sich nach einem Studienabbruch umorientieren, ist diese scheinbare „Lücke“ im Lebenslauf kein Problem.

Auch Berufseinsteiger müssen sich keine Gedanken machen, sollten Sie nach Ihrer Ausbildung nicht sofort eine neue Anstellung finden. Personaler geben hier eine Schonfrist von ca. einem halben Jahr, in dem man nach abgeschlossener Ausbildung ein neues Arbeitsverhältnis gefunden haben sollte. Um in so einem Fall größere Lücken in Ihrem Lebenslauf zu vermeiden, können Sie zum Beispiel ein Praktikum machen. Vielleicht ergibt sich dadurch die Chance, einen festen Arbeitsvertrag zu bekommen.
 

Lücken im Lebenslauf – manche Lücken lassen sich nicht so einfach erklären

Manche Lücken lassen sich nicht so einfach erklären bzw. offenbaren die eigenen Fehler und Schwächen. Dazu sollten Sie wissen, dass niemand, auch wirklich niemand perfekt ist, was auch der Personaler weiß. Doch wie sollen diese scheinbaren „Schandflecken“ im Lebenslauf erklärt werden?

Die Kündigung

  • Sie haben Ihren Job verloren und suchen schon seit einiger Zeit nach einer neuen Anstellung? In dem Fall spielt der Grund der Kündigung eine wichtige Rolle. Sobald einem unverschuldet gekündigt wurde, sei es durch eine Unternehmensfusion, einer schlechten wirtschaftlichen Lage der Firma oder anderen Gründen seitens des ehemaligen Arbeitgebers, muss man nichts befürchten. In dem Fall reicht es aus, im Lebenslauf den Grund der Kündigung kurz anzureißen und die Sache ist erledigt.
     
  • Wurde die Kündigung selbst verschuldet, sei es durch mangelhafte Leistung oder einer Antipathie, dann sollten Sie immer bedenken, Sie haben die Kündigung aufgrund eines eigenen Fehlverhaltens erhalten. Daran lässt sich nichts ändern! Beschränken Sie daher den Inhalt Ihres Lebenslaufs nur auf Fakten. Begründungen, warum Ihnen gekündigt wurde oder Beteuerungen, dass es nicht Ihre Schuld war, sind völlig fehl am Platz. Beides spricht für ein schlechtes Gewissen und schlechten Charakter.
Tipp - Eine selbst verschuldete Kündigung sollten Sie zwar erwähnen, mehr aber auch nicht. Rechtfertigungsversuche oder gar eine Erklärung hinterlassen keinen guten Eindruck und haben erst recht nichts im Lebenslauf verloren. Auf keinen Fall sollten Sie die Schuld für eine Kündigung einem schlechten Chef oder gar auf Mobbing schieben, selbst dann nicht, wenn es der Wahrheit entsprechen sollte. Verlieren Sie trotzdem darüber kein Wort, denn es würde Ihnen nur negativ ausgelegt werden.
Lücken im Lebenslauf können auch durch das passende Layout kaschiert werden. Unabhängig ob Sie sich für einen chronologischen oder amerikanischen Lebenslauf entscheiden, beide Layouts geben Ihnen die Möglichkeit, Ihre guten Leistungen vorher zu präsentieren, bevor auf der zweiten Seite zum Beispiel die Kündigung erscheint.

Eine längere Arbeitslosigkeit

  • Gerade im Falle einer längeren Arbeitslosigkeit müssen Sie unbedingt Kreativität zeigen, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass Sie nur faul auf der Couch gammeln in der Hoffnung, dass irgendwann einmal der passende Job an Ihre Türe klopft. Aus diesem Grund sollten Sie sich während dieser Phase nicht nur um einen neuen Job bemühen. Nutzen Sie doch Ihre freie Zeit, um sich weiterzubilden, belegen Sie Sprachkurse oder absolvieren Sie ein Praktikum.
     

Lebenslauf erstellen – Fakten, Fakten, Fakten

Bei der Gestaltung des Lebenslaufs sind nicht nur die Fakten von Bedeutung, auch Ihre Wortwahl entscheidet darüber, ob Ihr Lebenslauf ein positives oder ein eher negatives Licht auf Sie wirft. Als Beispiel:

Sie haben aktuell keinen Job und suchen nach einer neuen Stelle. Schreiben Sie auf keinen Fall „arbeitslos“ in Ihren Lebenslauf. „Arbeitssuchend“ klingt wesentlich besser.

Hier noch ein Formulierungsbeispiel für Phasen der Arbeitslosigkeit zwischen zwei verschiedenen Jobs.
Sie könnten die Phase der Arbeitslosigkeit als Phase der Neuorientierung auslegen, mit dem Ziel eine Stelle als Leitung der kaufmännischen Abteilung zu bekommen.
 … und schon haben Sie aus einem Minus-Punkt einen Plus-Punkt gezaubert, denn die von uns vorgeschlagene Ausdrucksweise zeigt Selbstbewusstsein, zeigt Ihr Engagement und eine gute Zielorientierung.

Im Lebenslauf dürfen natürlich auch Ihre qualifizierenden Maßnahmen nicht fehlen. Solche qualifizierenden Maßnahmen können von Bewerber zu Bewerber völlig unterschiedlich aussehen. Während Sie sich vielleicht im Selbststudium eine oder mehrere Programmiersprachen selbst beigebracht haben, arbeitet der andere Bewerber als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Altenheim oder einer anderen sozialen Einrichtung. Diese Tätigkeit spricht zum Beispiel für ein äußerst feines Gespür für Menschen, was zum Beispiel bei einer Bewerbung für eine Stelle im Vertrieb sehr gut ankommt. Selbst Praktika, die Sie absolviert haben, um sich beruflich neu zu orientieren, werfen ein positives Licht auf Sie.

Jedem Personaler ist klar, dass die Jobsuche kein Zuckerschlecken ist und manchmal überhaupt nicht so abläuft, wie man es sich vielleicht vorstellt. Er kann aber an Ihrem Lebenslauf sehen ob Sie mehrdimensional denken können und fähig sind, Ihrer „negativen“ Lage couragiert entgegenzutreten. In der Regel sind Lücken im Lebenslauf selten ein Grund für eine Absage. Daher ist es sinnvoller immer mit offenen Karten zu spielen und eventuelle Lücken durch eine gute Erklärung zu entkräften. Vergessen Sie nicht, die meisten Führungs- und Fachkräfte haben selbst in Ihrer Vita die eine oder andere Lücke.

Eben solche Umwege und Einkerbungen bzw. Ausrutscher in Ihrer Vita sagen auch etwas anderes über Sie aus, und zwar dass Sie mutig Ihren Weg gehen. Sie haben Erfahrung und fürchten sich nicht vor Veränderungen. Des Weiteren gehen Personaler davon aus, dass Sie vor einem Scheitern keine Angst haben. Ihr Lebenslauf spricht dafür, dass Sie wieder aufstehen und unbeirrt Ihren Weg weitergehen.